PRAKTIKUMSFUEHRER.de klingelt regelmäßig bei verschiedenen Top-Unternehmen an und fragt für Sie nach: Welche Bewerbungs-Form ist die Beste? Wie sieht der Bewerbungsablauf aus? Was können die Studenten tun, um bei den Personalern besonders positiv aufzufallen?
Heute im Interview: Friederike Wystup, Personalreferentin Recruiting bei der Unister GmbH.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Welche Art der Bewerbung bevorzugen Sie?
Wystup: Auf jeden Fall die digitale Form der Bewerbung. Entweder im Anhang einer E-Mail oder als Onlinebewerbung über unsere Homepage.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Online-Bewerbungen gehören heute nahezu zum Standard, sind jedoch für viele Bewerber noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Was zählt für Sie zu den absoluten No-Gos?
Wystup: Die Anhänge, wie z. B. Lebenslauf und Anschreiben, als nicht-schreibgeschützte Word-Dokumente hochzuladen ist nicht angebracht. Damit Format und Layout dem Personaler so angezeigt werden, wie es vom Bewerber gewollt ist, sollte auf jeden Fall ein PDF-Dokument erzeugt werden. Dann vermeidet man auch, dass Rechtschreibfehler oder unbekannte Worte plakativ rot unterstrichen dem Leser ins Auge stechen. Prinzipiell gilt: eine Onlinebewerbung sollte den gleichen Inhalt und Aufbau haben wie eine Bewerbungsmappe und genauso ordentlich und ansprechend gestaltet sein.
PRAKTIKUMSFUEHRER: In den USA setzt sich nach und nach der Trend von Videobewerbungen durch, während dies hierzulande noch nahezu unbekannt ist. Könnten Bewerber bei Ihnen damit punkten?
Wystup: In erster Linie kommt es immer auf das Profil des Kandidaten an, und nicht auf die Bewerbungsform. Auf jeden Fall sticht man mit solch einer Bewerbung heraus, und wenn das Video dann gut gemacht ist, bekommt man schon einmal Pluspunkte für Kreativität und Mut. Abraten würde ich von dieser Bewerbungsform, wenn man sich im Managementbereich bewirbt: das kann leicht zu verspielt wirken.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Welche Qualifikationen sind Ihnen bei einem Bewerber besonders wichtig? (Bitte bewerten Sie von 0-unwichtig bis 5-sehr wichtig)
Wystup:
PRAKTIKUMSFUEHRER: Unister expandiert, allein in den letzten 12 Monaten starteten sieben neue Portale. In welchen Bereichen kann man sich derzeit bewerben und haben auch motivierte Quereinsteiger eine Chance?
Wystup: Derzeit haben wir Vakanzen in nahezu allen Bereichen, ob im Management, Web-Development, Grafik, Redaktion oder Marketing. Die Positionen reichen vom Berufseinsteiger bis hin zum Manager mit vielen Jahren Berufserfahrung. In vielen Bereichen ist die Studienrichtung nicht ausschlaggebend. Gute Chancen hat man bei Unister, wenn man eine ausgeprägte Affinität zum Internet mitbringt und einen proaktiven, selbstständigen Arbeitsstil an den Tag legt.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Praktika und Traineeships sind für Absolventen der häufigste Weg zum Berufseinstieg. Welche Möglichkeiten bieten sich hier in Ihrem Unternehmen?
Wystup: Wir bieten in allen Bereichen drei- bis sechsmonatige Praktika für Studierende an. Praktika nach dem Studium sind bei uns nicht üblich – Absolventen können sich bei uns direkt auf Trainee-, Junior- oder Assistenzpositionen beweisen.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Unter Studenten kommt im Moment die Frage auf, ob man mit einem Bachelor-Abschluss weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat als mit einem Diplom oder vergleichbaren Master. Wie ist das in Ihrem Unternehmen? Bevorzugen Sie einen Abschluss?
Wystup: Formal besser qualifiziert ist man natürlich mit einem Master- oder Diplomabschluss. Trotzdem haben Bachelor-Absolventen genauso gute Chancen, wenn sie über einschlägige Praktika und die geforderten Soft-Skills verfügen. Das Gesamtpaket muss einfach stimmen, um in der Bewerberauswahl eine Runde weiter zu kommen.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Orientieren Sie sich bei der Mitarbeiterauswahl auch an deren Profilen in einem Social Network wie “Xing” oder “Facebook”?
Wystup: Xing wird bei uns aktiv zur Kandidatensuche vorab und zum Schalten von Stellenanzeigen eingesetzt. Die dort veröffentlichten Profile sind ja auch professionell ausgerichtet. Zusatzinformationen über Bewerber, besonders aus dem Privatbereich, spielen für uns keine große Rolle. Relevante Informationen sollten immer vollständig aus der Bewerbung hervorgehen oder im Vorstellungsgespräch vorgebracht werden. Alles Weitere ist Privatsache und somit sind StudiVZ & Co. zur Bewerberauswahl für uns uninteressant.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Wodurch sticht ein Kandidat für Sie beim persönlichen Gespräch besonders positiv heraus?
Wystup: Durch Authentizität! Und durch Interesse am angestrebten Job und unserer Firma. Gute Vorbereitung ist das A und O. Wenn sich dann noch eine angenehme, professionelle Unterhaltung statt eines reinen Frage-Antwort-Spiels umsetzen lässt, hat der Bewerber sehr gute Karten.
PRAKTIKUMSFUEHRER: Wenn man es geschafft hat: welche Herausforderungen erwarten Bewerber in Ihrem Unternehmen?
Wystup: Die Herausforderung besteht bei allen Einstiegspositionen darin, dass wir Berufseinsteigern freie Hand bei der Umsetzung der übertragenen Aufgaben lassen, auch wenn diese für den Absolventen Neuland darstellen. Allein gelassen wird natürlich keiner, aber die Verantwortung für Erfolg und Misserfolg trägt der Einsteiger selbst.
Auch im Praktikum wird man auf jeden Fall mit spannenden Aufgaben konfrontiert und hat die Möglichkeit, selbstständig und eigenverantwortlich Projekte zu bearbeiten und maßgeblich zum Erfolg des Projektes und Arbeitsbereiches beizutragen.
Vielen Dank für Ihre Zeit!












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