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“Was willst du denn DAMIT mal machen?” – Chancen für Geisteswissenschaftler


Tags: Berufseinstieg, Karriere Geisteswissenschaftler, Karriere-Start, Quereinstieg, Was willst du denn damit mal machen

geisteswissenschaften
Geisteswissenschaftler haben es von jeher nicht leicht in ihrer beruflichen Entwicklung. Werden sie nach ihrem Studienfach gefragt und geben Antworten wie Geschichte, Soziologie, Islamwissenschaft oder  Linguistik, folgt oft – gekoppelt mit einem skeptischen Blick – die Frage: “Was willst du denn DAMIT mal machen?”. Nahezu jeder, der heutzutage nicht an einer Fachhochschule für einen “MINI”- Beruf ausgebildet wird oder an einer renommierten Hochschule Wirtschaft studiert, muss sich solche Kommentare gefallen lassen. Viele Studenten bekommen diese Frage gar so oft zu hören, dass sie nach einiger Zeit selbst nicht mehr an den Nutzen und die gesellschaftliche Relevanz ihres Studiums glauben. Der Fragende erhält deshalb dann als Antwort häufig ein unsicheres Grinsen gepaart mit dem Satz: “Ich werde Taxifahrer.” Der folgende Beitrag soll dieser Einschätzung Paroli bieten.

Zuallererst muss konstatiert werden: Trotz aller Prognosen einer schwierigen Arbeitsmarktlage steigt die Zahl der Immatrikulationen in Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften von Jahr zu Jahr stetig weiter. Viele Studienanfänger sind sich dabei bewusst, dass es schwierig für sie wird, später ein berufliches Äquivalent für Ihre Ausbildung zu finden. Der Begeisterung und dem Interesse für ihr Fach tun diese Aussichten anfangs keinen Abbruch. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Arbeit vollziehen jedoch einen Wandel, den man nicht ignorieren darf, wenn man später den beruflichen Einstieg finden will.

Die Probleme erkennen

Zuerst die negativen Aspekte: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahrzehnten  sehen sich heute nahezu alle Disziplinen mit zwei determinierenden Fragen konfrontiert: Welchen Nutzwert haben sie für die Gesellschaft, was geben sie zurück? Wodurch wird dieser Nutzwert mess- und damit beweisbar? Wie auch immer man diese Entwicklung bewerten mag, auf Sie einstellen muss man sich leider trotzdem. Geisteswissenschaftler sollten sich dabei zwei Probleme bewusst machen:
1. Exzellenzinitiativen und der Hochschulpakt 2020, welcher zuletzt am 4. Juni verlängert wurde, sind primär auf die Natur- und Ingenieurswissenschaften zugeschnitten. Sozial- und Geisteswissenschaften bleiben häufig auf der Strecke, da sie wenig Bedarf an kostspieligen Zubehör und spezialisierter Ausrüstung haben und meist nur Geld für größere fachliche Projekte oder Mitarbeiterstellen brauchen. Da beides weniger der Spezialisierung und “Exzellenz” als vielmehr dem laufenden Unibetrieb zugute kommt, werden hier entsprechend weniger Gelder bereit gestellt. Damit einher geht das (Dauer-)Problem, dass trotz steigender Studentenzahl nach wie vor zu wenig neue Lehrkräfte eingestellt werden.
2. Auch nach Jahren des Missstandes haben viele Professoren und Lehrbeauftragte keine Konsequenzen gezogen und verharren auch nach der Umstellung auf Bachelor und Master bei relativ starren Inhalten und Lehrstrukturen mit wenig Praxisbezug. Das bedeutet konkret, dass viele Lehrpläne weiterhin den Lehrerberuf oder eine universitäre Karriere zum Ziel haben, aber den Studenten neben dem wissenschaftlichen Arbeiten nicht beigebracht wird, aus Ihren Fähigkeiten Kapital zu schlagen und sich zu vermarkten. Daran ändern leider meistens auch die in Modulform angebotenen Schlüsselqualifikationen nicht viel. Dass es jedoch viele Bereiche gibt, für die Geisteswissenschaftler geradezu prädestiniert sind und auch immer mehr Unternehmen entdecken, dass es neben Ingenieuren außerdem andere Kräfte für den reibungslosen Ablauf im Betrieb braucht, sollte für jeden zum Leitgedanken werden.

Sich die eigenen Stärken bewusst machen

Nicht selten ist die “gefühlte” berufliche Perspektive deutlich schlechter als die Realität, da sich viele Absolventen Ihre Fähigkeiten zuwenig verdeutlichen und daraus Selbstvertrauen ziehen. Laut dem Fischer Weltalmanach von 2008 sind in Deutschland 71,9 Prozent der deutschen Arbeitnehmer im tertiären Sektor beschäftigt, sprich im weitesten Sinne  als Dienstleister tätig. Die beiden Hauptfähigkeiten, welche hier grundsätzlich benötigt und auch in jeder zweiten Stellenanzeige gefordert werden, sind eine überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeit in Wort und Schrift und die Fähigkeit zu eigenständigen, zielgerichteten Arbeiten. Genau diese beiden Fertigkeiten bekommen nahezu alle Geisteswissenschaftler fast zwangläufig mit, da sie sich mehr als alle anderen regelmäßig bei Vorträgen oder Gruppenarbeiten innerhalb eines festgelegten Zeitraums in vorgegebene Themen einarbeiten, diese präsentieren und in Diskussionen verteidigen müssen. Dies mag auf den ersten Blick furchtbar trivial klingen. Aber wer schon einmal erlebt hat, wie schwer es vielen Jobsuchenden fällt, allein ein ordentliches Bewerbungsschreiben aufzusetzen und ein paar klare Aussagen über sich im Bewerbungsgespräch zu treffen (geschweige denn, später Ideen richtig zu präsentieren, die Kommunikation im Unternehmen und mit den Kollegen zu fördern, Arbeitsabläufe einzuschätzen oder andere Menschen zu führen) weiß, wie wichtig diese Fertigkeiten sind. In vielen Fachbereichen sind zudem überfüllte Seminare, fehlende Literatur für Hausarbeiten und mangelnde Betreuung durch den Massenbetrieb ein Dauerzustand. Entsprechend stark wird hier also das Organisationstalent geformt und gefördert. Die Fähigkeit, mit Stress umzugehen und sich auf ständig wechselnde Umstände einzustellen, ist sowieso fast schon Gemeingut. Viele Studenten absolvieren zudem während ihrer Studienzeit mehrere Praktika und sind als Generalisten fähig und willens, sich schnell in vorher weitestgehend unbekannte und komplexe Sachverhalte einzuarbeiten. Dann wären da noch die “Spezialfähigkeiten”: Historiker und Soziologen sind meistens sehr gut in der methodischen Recherche und besitzen die Fähigkeit, vernetzt zu denken und ein Problem von mehreren Seiten dezidiert zu analysieren. Linguisten haben eine enorm hohe Fremdsprachenkompetenz, welche im Zuge der Globalisierung sehr gefragt ist, wenn man sich beispielsweise auf asiatische Sprachen verlegt. Kulturwissenschaftler wiederum kennen sich gut mit den Eigenarten und Bräuchen außereuropäischer Nationen und Bevölkerungen aus und wissen entsprechend, wie sie sich gegenüber arabischen oder chinesischen Geschäftspartnern zu verhalten haben, ohne ins Fettnäpfchen zu treten. An nützlichen Eigenschaften mangelt es den Absolventen also nicht.

Die Chancen nutzen

Das Hauptproblem für die Jobsuche liegt nicht im Bereich der im Studium erworbenen Fähigkeiten, sondern ergibt sich aus der inhaltlich bedingten Ferne des Studiums zur Berufswelt. Allerdings können mangelnde Fachkenntnisse oft auch “on the job” antrainiert werden. Dies wird beispielsweise im angelsächsischen Raum schon länger praktiziert, da in vielen Bereichen die oben aufgeführten “Soft Skills” und Fertigkeiten höher im Kurs stehen als fundiertes, aber blutarmes Detailwissen. Geisteswissenschaftler sollten daher die “Not”, sprich den Mangel an vorgezeichneten Karrierewegen, als “Tugend” begreifen. Denn während es für Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieure häufig vorgefertigte “Karriere-Blue-Prints” gibt, steht dem Geisteswissenschaftler als professionellem Quereinsteigern eine größere Auswahl beruflicher Betätigungsfelder offen. Wichtig ist hier, sich beizeiten klar zu werden, wohin die Reise gehen könnte, entsprechende Kontakte zu knüpfen und Praktika zu absolvieren. Ein fast schon traditioneller Anlaufpunkt für viele Absolventen ist die Medienbranche. Ob nun bei Zeitungen, Fernsehen, Werbung oder im PR-Bereich: Die Anzahl der Bewerber übersteigt die vorhandenen Stellen oft um ein vielfaches. Bei der hohen Vielfalt an Möglichkeiten und der großen Konkurrenz reicht es deshalb nicht aus, nur “irgendwas mit Medien” machen zu wollen. Die Absolventen sollten im Gegenteil sehr zielgerichtet auf den Bereich, der sie am meisten interessiert, hinarbeiten. Wer nur eine eher vage Vorstellung besitzt und nicht wirklich dafür brennt, ist in anderen Bereichen besser aufgehoben. Die Kulturwirtschaft beispielsweise erzeugt mit einer jährlichen Wertschöpfung von ca. 35 Milliarden Euro mehr als die Softwareindustrie. Verlage, Agenturen, Theater, Galerien oder Museen, um nur einige zu nennen, bieten also für sich schon ein weites Feld. Auch in Unternehmen  werden in Bereichen wie Personalwesen oder Projektmanagement neben Betriebswirten immer öfter Geisteswissenschaftler gesucht. Das Schlüsselwort lautet hier Initiativbewerbung, da die wenigsten Stellen direkt für Soziologen oder Kulturwissenschaftler ausgeschrieben sind. Wer seine Studienzeit genutzt hat, um ein bis zwei namhafte Praktika zu absolvieren, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und zudem passable Noten zu schreiben, wird dabei auch nicht auf verschlossene Türen stoßen. Laut der letzten Studie des Hochschulinformationssystems sind nämlich nur 5 Prozent der Absolventen 12 Monate nach Beendigung ihres Studiums arbeitslos. Von promovierten Taxifahrern kann hier also keine Rede sein. Auf eine Sache muss man sich jedoch bei der Wahl eines solchen Studiums einstellen: Die Einstiegsgehälter sind im Durchschnitt um einiges niedriger als bei Wirtschaftswissenschaftlern oder Ingenieuren. Der Spaß am Studium und die berufliche Zufriedenheit aber meistens nicht.

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This post was written by:

Maik Schilling - who has written 34 posts on PRAKTIKUMSFÜHRER.


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9 Responses to ““Was willst du denn DAMIT mal machen?” – Chancen für Geisteswissenschaftler”

  1. Nadia sagt:
    Juni 17, 2009 um 8:29 am

    Vor allem sollten Geisteswissenschaftler aufhören, sich andauernd dafür zu rechtfertigen, dass sie sich diese Studienfächer ausgesucht haben. Sie haben das in aller Regel bei klarem Verstand getan und wer nach ein paar Semestern nicht wegen Unzufriedenheit wechselt, der sollte auch voll hinter seiner Entscheidung stehen. In der Verbindung mit ein wenig Reflexion über den realen Arbeitsmarkt sollte der Berufseinstieg nicht wesentlich komplizierter sein als der eines BWLers oder Juristen.

  2. Sara sagt:
    Juli 2, 2009 um 3:25 pm

    Ich denke das Hauptproblem liegt darin, dass die meisten Firmen gar nicht wissen, was sie mit einem Geisteswissenschaftler mit Bachelor-Abschluss anfangen können.
    Es herrscht noch viel zu wenig Aufklärung im Bereich Bachelor und wie man den Bachelor im Vergleich zum Diplom einschätzen kann.

  3. Sab sagt:
    Juli 9, 2009 um 6:23 pm

    Leider hat die Uni-Reform mit den Bachelor-Abschlüssen den Geisteswissenschaftlern ihr größtes Kapital genommen: die Fähigkeit zum reflektierten, kritischen und perspektivenreichen Analysieren. Mit einem dicht gedrängten Stundenplan und verschulter Atmosphäre, gleichsam ohne Zeit für Praktika oder Auslandsaufenthalte sowie der Unmöglichkeit, ambitionierte Forschungsvorhaben in Hausarbeiten oder der Abschlussarbeit in angemessener Zeit bewältigen zu können, lohnt sich ein geisteswissenschaftliches Studium ohne den Master meiner Meinung nach gar nicht mehr. Ein Bachelor-Student ist dadurch definiert, dass er es weder schaffen kann, die Standardwerke zu lesen, noch sich tief in die Materie einzuarbeiten. Nicht mal seine Kurse kann er gemäß seinen Interessen selbst zusammenstellen. Eine wirklich schlechte Reform, vor allem für die Geisteswissenschaftler.

  4. kmartin sagt:
    Juli 10, 2009 um 11:51 am

    Da gebe ich dir völlig Recht, obwohl ich selbst im Magister studiert habe. Was man jedoch von den Bachelor-Studiengängen hört, hat nicht wirklich mehr etwas mit wissenschaftlichem Denken, kreativem Ausprobieren und einer Selbstfindung zu tun. Hat man dieses Studium begonnen, ist die Uni daran interessiert, dich möglich rasch zum Abschluss zu bringen, ohne eine gewisse Vertiefung zu gewährleisten. Dann gewinnt man überall kleine Einblicke, aber bleibt an der Oberfläche und muss nach dem Studium beginnen, Kenntnisse zu vertiefen. Ein weiteres Problem ist, wie du ansprichst, die Praktikumssituation und der Zwang das Praktikum nach dem Abschluss nachholen zu müssen. Dann wird man Praktikant, obwohl man mit einem Abschluss eigentlich eine richtige Stelle annehmen könnte und sollte, was wiederum zu Problemen in Sachen Finanzierung führt. Dann ist ein Praktikum ein Luxus, denn die Bundesagentur für Arbeit fördert keine Praktika nach dem Abschluss. Das heißt wiederum entweder Belügen der Behörden oder mehrere Jobs gleichzeitig annehmen, ohne intensiv in einem Bereich arbeiten und praktiksche Erfahrung sammeln zu können. Das führt dann zu weniger zielgerichteten Lebensläufen, die bestimmte Firmen angeblich ablehnen würden.

  5. Lina sagt:
    Juli 13, 2009 um 12:17 pm

    Ich finde es sehr schade, dass ein Bachelor haeufig lediglich kritisch betrachtet wird – die realen Moeglichkeiten, die ein solches Studium bietet, werden zumeist ignoriert. Es ist einfach falsch, zu behaupten, ein Bachelor liesse keine Zeit fuer ein Praktikum. Waehrend meines 7-semestrigen geisteswissenschaftlichen Bechelors habe ich drei Praktika absolviert – davon zwei im Ausland. Zudem habe ich mich fuer die Uni engagiert und nebenbei gearbeitet. Ausserdem habe ich ein Auslandsemester gemacht. Die Kritik, man koenne waehrend eines Bachelorstudiums nicht ueber den Tellerrand blicken, stimmt also nicht.
    Zudem wird es einem mit keinem anderen Abschluss so leicht gemacht, fuer laengere Zeit ins Ausland zu gehen. Ich habe nach meinem BA meinen Master in den USA gemacht. Als Magister oder Diplomer ist man haeufig nicht bereit, nach einem 5jaehrigen Studium noch einmal 1 bis 2 Jahre dran zu haengen. Aus meinem BA-Studiengang sind etwa die Haelfte aller Absolventen fuer den Master ins Ausland gegangen.
    Vielleicht habt ihr Recht mit dem Argument, BAs waeren wissenschaftlich nicht so fundiert wie ein Magister oder ein Diplom. Aber Hand auf Herz: wer will denn mit einem BA auch wissenschaftlich arbeiten? Das ist nicht die Aufgabe der Ausbildung im BA. Mein Master hat mir alle wichtigen Kompetenzen in diesem Bereich (qualitative und quantitative Methodik sowie eine intensive Auseinandersetzung mit einschlaegiger Literatur) vermittelt, so dass ich nun promoviere.
    Ich halte es also fuer falsch, immer wieder auf den BA zu schimpfen. Perspektivisch ist diese Herangehensweise auch nicht klug: Wenn ich selbst nicht hinter meinem Abschluss stehe, wie soll sich ein Personaler fuer mein Studium und meine Kompetenzen begeistern? Am Ende ist die ausschweifende Kritik am neuen Hochschulsystem kontraproduktiv.

  6. Bene sagt:
    Juli 17, 2009 um 8:45 pm

    Danke Lina, du sprichst mir aus der Seele. Ich finde es auch blauäugig, ausschließlich auf den Bachelor zu schimpfen. Wer vor dem Studium nicht auf den Kopf gefallen ist, den wird auch ein Bachelor nicht aus der Bahn werfen. Das Studium ist nicht alles, und es kommt darauf an, was man draus macht. Ich mache nächstes Semester meinen Bachelor und bin froh, dass er nicht länger dauert. Dann kann ich nämlich erstmal arbeiten oder auch noch nen anderes Studium machen. Bei einem Magister hätte ich mein Studium vermutlich schon längst abgebrochen gehabt.

  7. Sententia sagt:
    Mai 25, 2010 um 11:20 am

    Ich studiere Kulturwissenschaften in Teilzeit an der Fernuni Hagen und habe dadurch einen großen Vorteil gegenüber einem Präsenzstudium. Nicht nur, dass ich mir meine Berufstätigkeit unter Umständen als Praktikum anrechnen lassen kann (oder eine ehrenamtliche Tätigkeit), ich bin auch bei den Praktika viel flexibler. Wenn ich einen guten Platz bekomme, schiebe ich anstehende Prüfungen eben um ein Semester, und in meinem Job als freie Texterin kann ich zur Not auch einmal zeitweilig weniger Aufträge annehmen, sofern ich mir das finanziell leisten kann. Diesen Komfort haben natürlich viele andere Studenten nicht. Ich will auf jeden Fall versuchen, schon während meines Studiums Praktika zu machen, sowohl im Journalistischen als auch kulturellen Bereich, eventuell auch in der Unternehmensberatung oder im Bereich PR, es gibt schließlich viele Möglichkeiten, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag. Es ist eben wichtig, dass man sich gut überlegt, in welche Richtung es gehen soll – oder eben flexibel ist. Wir haben an der Fernuni zwar viele Möglichkeiten, um ein “richtiges” Praktikum herum zu kommen, sofern wir eben eine passende berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit für unsere Praxisarbeiten haben, dennoch würde ich jedem zu einem Praktikum raten, der es zeitlich einrichten kann und nicht ausschließlich aus privatem Interesse studiert. Das machen nämlich durchaus auch einige, da das im Fernstudium eben problemlos möglich ist.

  8. Lau sagt:
    April 5, 2011 um 11:17 am

    Das ganze Gerede bringt sowieso NICHTS. Geisteswissenschaftler haben keine Zukunft, evt. nur bei Stellen, wofür sie deutlich überqualifiziert sind. Ich bin MASTER-Absolventin, mehrsprachig, mit Praktikumserfahrung in der Wirtschaft…und doch finde ich gar nichts, weil 1)ich Ausländerin bin und niemand mir den Chance gibt um zu beweisen, dass die Klischees, die meinen Landsleute oft charakterisieren, bei mir nicht zutreffen, 2) weil sie mich für eine Leseratte halten, weil meine Absclussrichtung Literatur ist. Ich werde wohl eine Kaufmännische Ausbildung mir zulegen müssen.

    Schüler, hör mal zu: studiere NICHT. Mach eine Ausbildung. Kostet weniger Geld und Zeit und bringt auch was. Geist kann man privat pflegen. Ich bereue meine Entscheidung zu studieren sehr.

  9. Tina sagt:
    Juli 19, 2011 um 10:52 pm

    Ich kann mich Lau nur anschließen: Lasst unbedingt die Finger von einem Studium der Geisteswissenschaften! Studiert am besten gar nicht, außer ihr habt reiche Eltern. Ihr werdet wenig Chancen haben mit eurem Studium.
    Nach dem Bachelor wird man euch sagen: macht noch den Master, nach dem Master wird man euch sagen: promoviert doch noch! Aber vielleicht habt ihr bis dahin ja eingesehen, dass so ein Doktortitel rein gar nichts bringt. Ihr dürft euch mit unbezahlten oder sehr schlecht bezahlten Praktika herumschlagen euch anmotzen lassen, alles in der Hoffnung, ihr würdet irgendwann eine Festanstellung bekommen. Wenn ihr diese Hoffnung aufgegeben habt, hofft ihr wenigstens auf ein gutes Praktikumszeugnis, damit ihr bei der Bewerbung um das nächste Praktikum bessere Chancen habt.
    Und dann werdet ihr euch fragen: Warum habe ich studiert, warum habe ich Abitur gemacht? Warum habe ich mich so abgeplagt? Ich hätte es leichter haben können? Ich hätte von der 8. Hauptschulklasse abgehen können, das wäre genauso sinnvoll gewesen. Wenn die Putzfrau dich mitleidig ansiehst, weil sie viel mehr verdient, als du, weißt du, dass du dein ganzes Studium in die Tonne treten kannst.
    Vielleicht bewirbst du dich demnächst als Putzfrau. Wenn du Glück hast, verdienst du 8-10 Euro in der Stunde, als studierter Praktikant verdienst du durchschnittlich 0 – 3,5 Euro und bist der Depp, der auch noch bis in die Nacht und an Wochenstunden unbezahlte Überstunden schiebt und dafür noch angemotzt wird.
    Mit diesem Studium wirst du nicht mehr froh, du wirst dein Leben nicht finanzieren können. Keine eigene Wohnung, kein Auto, Urlaub ist ein Fremdwort für dich, Kleidung kaufst du nur noch gebraucht auf dem Flohmarkt, eine Familie könntest du nie ernähren, also vergiss es! Stell dich darauf ein, dein Leben lang Single zu bleiben und hoffe, dass deine Eltern dir ein Dach zur Verfügung stellen. Wahrscheinlich wirst du nicht einmal Hartz 4 bekommen.
    Also – wenn du Geisteswissenschaften studiert hast, bist meist du nicht jemand, den man bewundert, meist bist du der letzte Dreck.
    Die ganzen “Zusatzqualifikationen” und “Schlüsselqualifikationen” und “Kompetenzen” kannst du dir sauer einkochen.
    Eine Professorin sagte mal zu mir:
    Sie waren haben die beste Note in meinem Seminar bekommen. Den Schein mit der Note, die ich Ihnen gegeben habe, könnten Sie sich in Ihrem Zimmer aufhängen (so gut ist er). Da hätte ich mein ganzes Zimmer mit guten Leistungen tapezieren können. Bloß den Hiwi-Job, den sie ausgeschrieben hatte, und auf den ich mich beworben hatte, habe ich natürlich nicht bekommen.
    Daran sieht man: Es gibt nur schöne Worte, aber es gibt kein Geld. Und von schönen Worten und guten Noten und Zeugnissen kann man sich leider leider nichts kaufen.

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