PRAKTIKUMSFÜHRER.de klingelt regelmäßig bei verschiedenen Top-Unternehmen an und fragt für Sie nach: Welche Bewerbungs-Form ist die Beste? Wie sieht der Bewerbungsablauf aus? Und was können die Studenten tun, um bei den Personalern besonders positiv aufzufallen?
Heute im Interview: Dr. Norbert Meyer, Leiter Rekrutierung Hochschulabsolventen bei der BASF SE
PRAKTIKUMSFÜHRER: In welchem Bereich suchen Sie derzeit Nachwuchs?
Meyer: Wir planen weiterhin Hochschulabsolventen der Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften sowie Sozial-, Geistes- und Rechtswissenschaften einzustellen.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Welche Art der Bewerbung bevorzugen Sie?
Meyer: Unser Favorit ist die Online-Bewerbung – und zwar über unser Portal “Step-in” auf den BASF-Karriereseiten. Das beschleunigt unsere interne Abwicklung und wir können schneller mit den Bewerbern in Kontakt treten.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Welche drei Fehler beim Bewerbungsablauf sind für Sie ein KO-Kriterium?
Meyer: Bei uns hat jede Bewerbung eine Chance, daher gibt es kein “KO-Kriterium”, das Bewerbungen automatisch durchfallen lässt. Allerdings gibt es vermeidbare Fehler, die keinen guten Eindruck hinterlassen. Beispielsweise passiert es häufiger, dass Bewerber in ihren Unterlagen von BASF AG sprechen – wer sich auf unserer Homepage informiert hat, weiß, dass wir keine “AG” mehr sind, sondern mittlerweile eine “SE”. Oder dass im Anschreiben das falsche Unternehmen genannt wird. Das zeigt, dass der Bewerber vermutlich ein Standardanschreiben verwendet. Worauf wir in den Bewerbungsunterlagen auch Wert legen, ist, dass die Zeugnisse vollständig sind – dazu zählt auch das Abiturzeugnis. Was nicht mitgeschickt wird, fordern wir nach – das verzögert den Bewerbungsprozess dann leider unnötig.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Sicher stapeln sich auch auf Ihrem Schreibtisch die Unterlagen verschiedener Bewerber. Welche Kriterien machen eine Bewerbung für Sie wirklich interessant?
Meyer: Wichtig ist uns, dass sich die Bewerber auch wirklich mit unserem Unternehmen beschäftigt haben und dass beispielsweise im Anschreiben deutlich machen. Auch der rote Faden im Lebenslauf und eine übersichtliche Strukturierung sind wichtig. Damit Bewerber wissen, worauf die BASF im Bewerbungsprozess Wert legt, finden sich ausführliche Informationen beispielsweise auf unseren Karriereseiten im Internet.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Was halten Sie von so genannten Kreativ-Bewerbungen bei denen die Studenten ihr Anschreiben grafisch aufwerten oder ihre Bewerbungsmappen auf eine ausgefallene Art einreichen?
Meyer: Wenn ein Bewerber positiv auffallen will, sollte seine Bewerbung so übersichtlich und informativ wie möglich gestalten. Kreative Ideen sind okay, aber wir wollen kein rosarotes Päckchen ohne Inhalt.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Das Thema Gehalt ist für viele Absolventen ohnehin ein schwieriger Punkt. Die Finanzkrise macht die Unsicherheit nicht leichter. Wie sollten sich Absolventen Ihrer Meinung nach verhalten. Ist es richtig seine Erwartungen in diesem Bezug derzeit herunter zu schrauben?
Meyer: Diese Entscheidung können wir Bewerbern leider nicht abnehmen, denn hier muss jeder individuell für sich eine Lösung finden. Generell legt BASF das Entgelt markt-, funktions- und leistungsorientiert fest.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Welche Qualifikationen sind Ihnen bei einem Bewerber besonders wichtig?
(Bitte bewerten Sie von 0-unwichtig bis 5-sehr wichtig)
Meyer:
PRAKTIKUMSFÜHRER: Wie sieht ein Vorstellungsgespräch in Ihrem Haus aus? Individuelles Gespräch oder Assessment-Center?
Meyer: Wir verzichten bei Hochschulabsolventen auf Assessment-Center und Einstellungstests. Hat die Bewerbung im ersten Schritt überzeugt, werden die Bewerber zu Interviewrunden nach Ludwigshafen eingeladen. Das heißt, die eingeladenen Kandidaten führen zwischen vier und sechs Einzelinterviews mit Vertretern der Facheinheit und Rekrutierung der BASF. Die BASF hat mit diesem Verfahren gute Erfahrungen gemacht, da das direkte Gespräch eine ideale Möglichkeit darstellt, auf den einzelnen Bewerber einzugehen – für uns zählt der persönliche Eindruck. Durch kompetenzbasierte Interviews kann festgestellt werden, ob ein Bewerber mit seinen Fachkenntnissen und Kompetenzen zu dem Anforderungsprofil der Stelle passt. Weiterhin soll dem Bewerber die Gelegenheit gegeben werden, Führungskräfte und Kollegen kennenzulernen.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Wodurch sticht ein Kandidat für Sie beim persönlichen Gespräch besonders positiv heraus?
Meyer: Wichtig ist, dass der Bewerber authentisch ist und seine eigenen Erfahrungen und Vorstellungen überzeugend darlegen kann. Am besten keine Formulierungen auswendig lernen oder so antworten, wie man denkt, dass es erwartet wird. Das merkt der erfahrene Rekrutierer sofort! Es freut uns, wenn sich ein Bewerber aktiv am Gespräch beteiligt und auch Fragen stellt oder Neugier zeigt.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Welche Soft Skills wünschen sich Personaler wirklich?
Meyer: Über den unverzichtbaren Nachweis fachlicher Kenntnisse hinaus muss uns der Bewerber mit seiner Persönlichkeit überzeugen. Neben fachlichen Kenntnissen sind uns Soft Skills des Bewerbers sehr wichtig. Bei den Gesprächen prüfen wir deshalb auch bestimmte persönliche Kompetenzen. Wichtig ist uns, dass Neueinsteiger offen für Neues sind, interkulturelle Kompetenz besitzen, sich gut in Teams integrieren können sowie die Fähigkeit zu analytischem und logischem Denken haben.
Vielen Dank für Ihre Zeit!
Haben Sie weitere Fragen an Dr. Meyer? Kein Problem! Nutzen Sie die Chance und stellen Sie Ihre eigenen Fragen in der Kommentar-Funktion.






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Hat ein Bewerber eine Chance, der woanders während der Probezeit rausgeflogen ist, weil er nach Auffassung des Arbeitgebers doch nicht zum Unternehmen passte??
MfG Anne
Hallo Anne,
danke für deine Frage!
Ich habe die BASF darüber informiert. Sicher meldet sich ein zuständiger Mitarbeiter bald an dieser Stelle!
Viele Grüße aus Leipzig,
Mira
Hallo Anne,
jede Bewerbung hat bei uns eine Chance, denn wir betrachten das Gesamtprofil eines Bewerbers. Hat die Bewerbung im ersten Schritt überzeugt, wird der Bewerber zu Interviewrunden eingeladen. Hier können wir uns dann ein eigenes Bild machen und entscheiden, ob er zu uns passt oder nicht. Für uns zählt der persönliche Eindruck.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Tensierowski
Center of Expertise European Recruiting BASF