PRAKTIKUMSFÜHRER.de klingelt regelmäßig bei verschiedenen Top-Unternehmen an und fragt für Sie nach: Welche Bewerbungs-Form ist die Beste? Wie sieht der Bewerbungsablauf aus? Und was können die Studenten tun, um bei den Personalern besonders positiv aufzufallen?
Heute im Interview: Stefan Keuchel, Pressesprecher bei Google
PRAKTIKUMSFÜHRER: Herr Keuchel, welche Art der Bewerbung wird bei Google bevorzugt?
Keuchel: Bewerbungen per Email sowie auf dem eigenen Portal. Dort finden Interessenten auch konkrete Jobangebote.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Welcher Teil der Bewerbung ist der Interessanteste für Sie und worauf fällt Ihr erster Blick?
Keuchel: Wir prüfen, ob die Grundvorrausetzungen erfüllt sind. Das sind z. B. ein abgeschlossenes Studium, sehr gute Englischkenntnisse etc.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Geben Sie Initiativ-Bewerbungen eine Chance?
Keuchel: Kaum, denn wir suchen meist nach speziellen Anforderungen, die wir in den Job-Beschreibungen genau erläutern. Blindbewerbungen haben bei der Vielzahl der Bewerbungen die wir erhalten (im vergangenen Jahr 1,7 Mio. weltweit) kaum eine Chance.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Wodurch kann ein Bewerber besonders positiv auffallen?
Keuchel: Neben den “harten Kriterien” (Studium, Englischkenntnisse, Berufserfahrung etc.) spielen bei uns die “weichen” Faktoren bzw. die so genannte “Googleyness” eine große Rolle. Das bedeutet, dass wir uns den Bewerber sehr genau anschauen und großen Wert auf die Aktivitäten außerhalb des eigentlichen Jobs legen. Beispielsweise schauen wir, ob sich ein Bewerber sozial oder sportlich engagiert oder ob er/sie Unternehmergeist bewiesen hat.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Was halten Sie von so genannten Kreativ-Bewerbungen bei denen die Studenten ihr Anschreiben grafisch aufwerten oder ihre Bewerbungsmappen auf eine ausgefallene Art einreichen?
Keuchel: Da wir in der Regel Bewerbungen per Email erhalten, legen wir mehr Wert auf den Inhalt, als auf die Form. Wir haben schon sehr aufwendig gestaltete Bewerbungen erhalten, bei der z. B. ein Bewerber die Google-Startseite nachgebaut hatte und seinen Namen in das Suchfeld eingegeben hat. Klar schaut man da schon mal hin. Aber am Ende zählt dann eben doch, was der Bewerber auf dem Kasten hat und nicht, ob er besonders kreativ bei der Gestaltung seiner Bewerbungsmappe war.
PRAKTIKUMSFÜHRER: Welche Qualifikationen sind Ihnen bei einem Bewerber besonders wichtig? (Bitte bewerten Sie von 1- unwichtig, bis 5-sehr wichtig)
Keuchel:
PRAKTIKUMSFÜHRER: Nutzen Sie soziale Netzwerke wie “Xing” oder “Studivz” um sich zusätzlich über die Bewerber zu informieren?
Keuchel: Teilweise – und ob Sie es glauben oder nicht: Wir “googeln” die Leute sogar
PRAKTIKUMSFÜHRER: Welchen Tipp würden Sie Bewerbern generell geben?
Keuchel: Das Bewerbungsverfahren bei Google ist ungewöhnlich. Ein Bewerber muss sich darauf einstellen, dass er/sie mehrere Bewerbungsgespräche (6-8) führen wird – mit unterschiedlichen Kollegen. Man sollte in den Gesprächen überzeugend rüberbringen, warum man für Google arbeiten möchte und sich nach Möglichkeit zuvor darüber informiert haben, wie Google Geld verdient, was aktuell in den Medien über Google geschrieben steht usw.
Vielen Dank für das Interview!






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