Praktikum Lebenslauf

Kein Offenbarungseid, sondern ein Verkaufspapier!

Ihr Vater ist Bankdirektor? Schön für Sie, aber denjenigen, der Ihren Lebenslauf liest, interessiert dies reichlich wenig. Wichtig sind nur die Informationen, die sagen, ob Sie für den Job in Frage kommen.

Formelle Faustregeln

  • Längen-Peilregel: ein bis zwei Seiten für Studenten, Hochschulabsolventen und Young Professionals; drei Seiten für Praktiker
  • Wählen Sie den zweispaltigen Lebenslauf. Die linke Spalte (ca. 1/4 der Seite) enthält Zeitangaben, die rechte Spalte die Informationen.
  • Telegrammstil: Streichen Sie jedes überflüssige Wort.
  • Pro Information rechnen Sie im Idealfall eine Zeile.

Inhalt und Formulierung

  • Daten zur Person: Minimalansatz - es reichen Vor- und Zuname, Geburtsdatum und -ort, Familienstand und Staatsangehörigkeit. Andere Daten (Eltern, Kinder, Konfession, etc.) sollten nur angegeben werden, wenn Sie sich Vorteile davon versprechen. Adresse und Telefonnummer können im Lebenslauf stehen, sind aber besser auf einem separaten Deckblatt untergebracht.
  • Foto: Das Bewerbungsfoto dient der Eigenwerbung. Nach was würden Sie bei einer Bewerbungsmappe zuerst schauen? Macht es Klick?! Verzichten Sie auf Automatenfotos und lassen Sie sich professionell ablichten. Kleben Sie Ihr Foto auf den Lebenslauf; nicht tackern oder mit einer Büroklammer befestigen.
  • Zeitangaben: Monat und Jahr sind ausreichend. Für den Personalchef sind Zeugnistage nicht relevant. Jedoch sollten Sie keine monatlichen Lücken lassen. Füllen Sie solche ggf. mit Aktivitäten.
  • Schulbildung: Angaben zu Zeitraum, Schultyp und Abschluss reichen aus.
  • Ausbildung/Studium: Wehrdienst, Ersatzdienst, Au pair - Minimalangaben, ansonsten gilt: Startzeitpunkt, (erwarteter) Abschlusszeitpunkt, Name und Ort des Unternehmens/der Hochschule, Studienfach, Abschlussart, evtl. Abschlussnote
  • Berufspraxis/Praktika/Nebenjobs: Dokumentieren Sie alles lückenlos, selbst wenn Sie zur Studienfinanzierung in einer Bäckerei gejobbt haben. Auch fachfremde Tätigkeiten enthalten oft qualifizierende Elemente. Führen Sie ggf. spezielle Projekte oder für das jetzige Praktikum relevante Aufgaben an.
  • Fortbildung/Zusatzqualifikationen: Geben Sie auf jeden Fall längere Zusatzausbildungen an - nicht unbedingt jedes Trainee-Seminar, aber für die jeweilige Bewerbung wichtige Qualifikationen. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten, soziales oder politisches Engagement sollten hier aufgeführt werden.
  • Besondere Kenntnisse/Sprachen/EDV: Keine charakterlichen Eigenschaften! Es zählt nur, was Sie für das Praktikum qualifiziert. Computerkenntnisse und Sprachen sind heutzutage unverzichtbar. Sollten Sie Ihr Können diesbezüglich mit "sehr gut", "fließend" oder "verhandlungssicher" einstufen, dann sollte dies auch wirklich so sein.

Anlagen

Zu den Anlagen gehören alle Zeugnisse und Zertifikate, die Ihre Angaben im Lebenslauf belegen.

  • Schulzeugnisse
  • Zeugnisse über Auslandsschuljahre
  • Berufsurkunden
  • Hochschulzeugnisse
  • Belege über Auslandsstudium
  • Belege über Zusatzqualifikationen
  • Arbeitszeugnisse, Praktikumszeugnisse

Verschicken Sie nur Kopien (amtliche Beglaubigung ist nicht nötig). Achten Sie auf die Qualität der Kopien!

Wenn Sie nicht alles gleich beifügen wollen, verweisen Sie darauf, dass Sie die fehlenden Unterlagen auf Wunsch nachsenden oder sie zum Vorstellungsgespräch mitbringen.

» Weiter zum Thema 5: Bewerbungsvarianten

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