Bewerbungsunterlagen & Anschreiben

In 30 Minuten zur erfolgreichen Bewerbung

Sie haben nur 30 Sekunden Zeit. So lange braucht ein Personalchef im Durchschnitt zur ersten Auswahl der Bewerbungsunterlagen. In dieser Zeit müssen Sie ein Kunststück vollbringen: auffallen, interessieren, überzeugen. In nur 30 Minuten erfahren Sie hier, wie Sie diese 30 Sekunden meistern. Zwar gibt es kein Rezept für eine erfolgreiche Bewerbung - aber es gibt einige Regeln.

Für den ersten Eindruck bekommen Sie keine zweite Chance!

Bewerbungsunterlagen

(Klassische Bewerbung)

 - Anschreiben
 - Lebenslauf
 - Anlagen (Zeugnisse, Beurteilungen,...)

Das Anschreiben
Im Anschreiben schildern Sie kurz, wer Sie sind, wo und wie Sie Ihr Wissen und Können erworben haben und warum Sie genau dieser Platz interessiert. Zeitsparende 08/15-Schreiben fördern Absagen! Wenn Sie sich auf mehrere Plätze bewerben, dann fertigen Sie für jedes Unternehmen ein individuelles Schreiben an. Hier finden Sie eine Vorlage nach DIN 5008, mit der Sie formell nichts falsch machen können.

Formelle Faustregeln

  • Randeinstellung von 2,4 cm an allen Seiten
  • augenfreundliche Schriftgröße (11/12pt)
  • gut lesbare Schriftart (Arial, Times New Roman)
  • einzeiliger Zeilenabstand
  • weißes DIN-A4-Papier für alle Schriftstücke und Fotokopien
  • einseitig bedruckte Seiten
  • keine PC-Spielereien (besondere Farbe, übertriebenes Design)
  • alles in eine einfache Kunststoffmappe mit seitlichem Klemmverschluss
  • nicht jede Seite in eine Klarsichthülle (erweckt den Eindruck von Pingeligkeit)

Inhalt und Formulierung

Briefkopf:

  • Adresse: Vergessen Sie den Ansprechpartner nicht und schreiben Sie diesen direkt unter den Firmennamen.
  • Betreff: Hier schreiben Sie in ein/zwei Worten, um was es geht, und nennen die Quelle sowie das Erscheinungsdatum der Anzeige, auf die Sie sich beziehen. Heben Sie dieses ruhig fett hervor. Das Wort "Betreff" wird weggelassen.
  • Anrede: Zwei Zeilen unter dem Betreff steht die Anrede. Sie lautet: "Sehr geehrte/r Frau/Herr...". Nur wenn Sie den richtigen Ansprechpartner partout nicht finden, schreiben Sie: "Sehr geehrte Damen und Herren". Nach der Anrede kommt ein Komma (kein Ausrufezeichen!).

Bewerbungstext:

  • Stellen Sie sich zuerst kurz vor (ich bin Studentin des Faches XY im X. Semester) oder beginnen Sie mit dem Verweis darauf, wie Sie auf die Stelle aufmerksam geworden sind (durch Ihre Anzeige vom... im...).
  • Vermeiden Sie umständliche Formulierungen wie "hiermit möchte ich mich gern bewerben" oder "hiermit bewerbe ich mich". Klar und deutlich: "ich bewerbe mich".
  • Formulieren Sie Ihr Anliegen genau: "Ich möchte ein Praktikum in der Abteilung XY machen." "Ich würde gern an einem Projekt zu ... mitarbeiten."
  • Begründen Sie Ihre Unternehmenswahl. Schreiben Sie, was Sie bei Ihrer Praktikumsrecherche an dem Unternehmen interessiert hat. Betonen Sie Ihr fachliches Interesse.
  • Nennen Sie die Zielsetzung Ihres Praktikums. Was wollen Sie lernen? Was erwarten Sie?
  • Vermeiden Sie, den Einsteller als Mittel zum Zweck zu benutzen. Beispiel: "Ich möchte mich in Ihrem Unternehmen für meinen weiteren Lebensweg qualifizieren." Das ist wie die Aussage eines Verkäufers: "Kaufen Sie meine Produkte, damit ich reich werde!"
  • Äußern Sie sich mit einigen Worten zu Ihren Kenntnissen, Erfahrungen, Qualifikationen. Nennen Sie auch sogenannte "soft skills", wie Teamerfahrungen oder Erfahrungen im Kundenkontakt.
  • Geben Sie Wünsche zu Praktikumsdauer und -zeitraum an. Nennen Sie eventuell auch Ausweichtermine.
  • Schlusssatz: Schließen Sie mit der Bemerkung, dass Sie sich über die Möglichkeit zur persönlichen Vorstellung freuen würden. Andernfalls fügen Sie hinzu, dass Sie sich in den nächsten Tagen telefonisch melden werden (Daran halten!).
  • Abschluss: Die Formel "Mit freundlichen Grüßen" ist der Abschluss des Anschreibens.
  • Unterschrift: Damit das Anschreiben freundlicher und persönlicher wirkt, signieren Sie mit blauem Filzstift oder mittelblauer Tinte. Vor- und Zuname sollten gedruckt wiederholt werden.
  • Anlagen: Nicht jede Anlage muss aufgezählt werden. Es reicht der Verweis "Anlagen".

Tipps:

  • Streichen Sie nichtssagende Phrasen. Es gilt: so kurz wie möglich, so lang wie nötig. Verbannen Sie Sätze, die weit über 12 Wörter hinausgehen. Ein bis maximal zwei Aussagen pro Satz sind ausreichend.
  • Vermeiden Sie den Konjunktiv. Worte, wie "ich glaube, denke, möchte, könnte...", vermitteln Unsicherheit. Gleiches gilt für "unter Umständen, gegebenenfalls, eventuell". Angemessenes Selbstbewusstsein ist zur selbstverständlichen Tugend geworden.
  • Formulieren Sie Ihre Sätze im Aktiv mit vielen Verben. Das klingt dynamischer und tatkräftiger als Nominalstil und Passiv. "Ich organisierte und führte eigenverantwortlich ausländische Gruppen." klingt einfach besser als "Die Organisation und Führung der ausländischen Gruppen lag in meiner Verantwortung."
  • Genau fünf Absätze bringen Übersichtlichkeit in Ihr Anschreiben. Mehr Absätze zerklüften den Brief, weniger gehen zu Lasten der Leserfreundlichkeit.

» Weiter zum Thema 4: Lebenslauf

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