Probleme im Praktikum

Sie werden den Mitarbeitern nicht vorgestellt oder
können sich nicht gleich alle Namen merken.

Machen Sie auf eigene Faust eine Vorstellungsrunde. Vielleicht gibt es sogar ein aktuelles Mitarbeiterverzeichnis.

Sie haben keinen eigenen Arbeitsplatz und
müssen immer da arbeiten, wo Platz ist.

Reden Sie mit Ihrem Ansprechpartner, wenn Sie eine bessere Lösung haben. Ansonsten bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich eine flexible Arbeitsweise anzugewöhnen. Sortieren Sie Ihre Arbeitsmaterialien so, dass Sie fix umziehen können.

Sie haben sich alles angesehen und sofort Verbesserungsmöglichkeiten entdeckt. Die Reaktion auf Ihre Vorschläge ist jedoch abwehrend bis ärgerlich.
Bedenken Sie, dass Arbeitsstrukturen und -inhalte in einem längeren Prozess entstanden sind. Es ist unangebracht, diese schon in den ersten Tagen in Frage zu stellen. Halten Sie sich zunächst ans Beobachten! Zeit für eigene Vorschläge ist später. Denken Sie aber auch hier daran: Der Ton macht die Musik. Vermeiden Sie es, besserwisserisch oder überheblich zu wirken.

Keiner gibt Ihnen eine konkrete Aufgabe.
Fragen Sie, welche Arbeiten gerade anliegen oder wo Sie mitarbeiten können. Äußern Sie Wünsche nach Aufgaben oder Arbeitsbereichen.

Sie haben keinen konkreten Ansprechpartner und wissen nicht,
an wen Sie sich mit Fragen wenden sollen.

Suchen Sie sich jemanden. Wer ist Ihnen sympathisch? Wessen Arbeit finden Sie spannend? Fragen Sie denjenigen, ob er Sie einweist und für Fragen zur Verfügung steht.

Sie kochen Kaffee, kopieren und erledigen Botengänge.
Ihr Missmut ist legitim. Schließlich opfern Sie wertvolle Zeit und wollen dazulernen. Doch: Bedenken Sie, dass Sie als Praktikant oft auf der untersten Stufe der Hierarchie sind. Ein bisschen Kaffee kochen oder die Post holen gehört oft einfach dazu. Wenn Sie allerdings ausschließlich auf diese Arbeiten verwiesen werden, sollten Sie reagieren. Sagen Sie offen, was Sie stört, und fragen Sie nach Aufgaben. Schlimmstenfalls müssen Sie das Praktikum abbrechen.

Sie bearbeiten selbstständig eine Aufgabe und merken,
dass Sie überfordert und/oder Termine zu eng gesteckt sind.

Das ist besonders in Projektpraktika oft ganz normal. Fehler und Fehleinschätzungen geben Ihnen die Gelegenheit, eine realistische Einschätzung von Aufgaben und Problemen innerhalb der Projektarbeit und in einem Unternehmen zu entwickeln. Seien Sie ehrlich und ziehen Sie Ihren Ansprechpartner zu Rate. Überarbeiten Sie Ihren Zeitplan und überlegen Sie gemeinsam, ob und wie Sie sich fehlende Kenntnisse schnell aneignen können.

Stichwort Konkurrenz.
Konkurrenz kann die Motivation beleben, doch nur, solange sie auf einer fairen Ebene bleibt. Prekär wird es, wenn Sie in Konkurrenz zu Fachkräften oder Vorgesetzten geraten. Zwar sind anfangs alle froh, dass jemand so toll die Arbeit erledigt, aber oft meldet sich irgendwann derjenige, in dessen Zuständigkeit Sie eingegriffen oder dessen Kompetenz Sie in Frage gestellt haben. Hier wird um Macht konkurriert. Als Praktikant ziehen Sie hier in den meisten Fällen den kürzeren. Überschreiten Sie also besser nicht Ihre Kompetenzen!

Durchhalten oder Abbrechen

Trotz mehrmaliger Rücksprache mit dem Ansprechpartner und allen guten Vorsätzen bleibt das Praktikum für Sie unbefriedigend. Eine Fortsetzung wäre nur Zeitverschwendung. Geben Sie trotzdem nicht gleich auf! Hier ein paar Gründe, doch durchzuhalten:

  • Die Arbeit ist zwar langweilig, aber testen Sie, ob Sie auch unter widrigen Umständen den Acht-Stunden-Tag über eine längere Zeit durchhalten. Im späteren Berufsleben können Sie auch nicht einfach fliehen.
  • Das Praktikum wird bezahlt und wer kann Geld nicht gut gebrauchen!?
  • Sie werden zwar nicht in die Arbeitsabläufe integriert, aber denken Sie daran, dass Sie viel über Aufbau und Arbeitsweise eines Unternehmens lernen können. Beobachten Sie Teamarbeit, Kooperation und Konkurrenzverhalten. Lernen Sie sogenannte "soft skills", wie den Umgang mit Autoritäten, Kollegen und Kunden.
  • Sie müssen den Nachweis bringen und haben keine Praktikumsalternative.

Wenn all dies Sie auch nicht motiviert, weiterzumachen, dann sollten Sie das Praktikum lieber heute als morgen abbrechen. Reden Sie mit Ihrem Ansprechpartner und lassen Sie sich ggf. die bisherige Zeit bestätigen.

Die besten Leistungen werden von denen erbracht,
die Spaß an ihrer Arbeit haben!
Geben Sie sich keinen Illusionen hin, aber pflegen Sie Ihre Utopien.

» Weiter zum Thema 14: Feedback im Praktikum

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