USA: Biologie Praktikum in Bar Harbor
Bericht von Claudia
Praktikumsort: Bar Harbor, Maine
Branche: Natural Science/ Biology
Anfangs war alles eigentlich nur ein flüchtiger Gedanke. Ich hatte schon immer den Traum gehabt, für ein Praktikum in die USA zu gehen. Aber immer fehlte der Mut. Doch irgendwann hab ich mich dann dazu durchgerungen und aus dem Gedanken wurde Wirklichkeit- dank praktika.de. ...Ich hab mich einfach angemeldet und schon wurde der Stein ins Rollen gebracht. Lebenslauf, Anschreiben und Bewerbung habe ich zusammen mit dem praktika-Team erarbeitet. Alles weitere wurde dann vom Team in die Hand genommen und bald hatte ich einen Praktikumsplatz in Maine. Kurz vor der Abreise hatte ich auch mein Visum in der Tasche und es konnte losgehen.
Mit einer 12-Sitzer-Maschine flog ich dann schließlich von Boston nach Bar Harbor, wo mich mein Supervisor schon erwartete. Kurz nach der Ankunft lernte ich dann auch Mary kennen, bei der ich zusammen mit 4 anderen Leuten im Haus wohnte. Ich wurde herzlichst empfangen und fühlte mich von Anfang an gleich wie zu Hause. Ich bekam alle Hilfe, die man so als Neuankömmling in einem fremden Land braucht und lebte mich auch sehr schnell ein. Was mir gleich auffiel war die Freundlichkeit der Menschen dort. Ist ganz anders als hier in Deutschland muß ich sagen.
Am Montag, den 17.08.03 stand mir der erste Tag auf Arbeit bevor (Arbeitsbeginn 9 Uhr...das gefällt mir ). Mir wurde mein neuer Arbeitsplatz gezeigt und ich wurde den Kollegen vorgestellt. Alle haben sich um mich gekümmert und waren stets für mich da, wenn ich Fragen hatte. Nach einiger Zeit hatte ich mich auch mit meinem Projekt vertraut gemacht und konnte selbständig schalten und walten. Ich durfte auch einige Weiterbildungskurse, Seminare und Konferenzen besuchen, wo ich sehr viel gelernt habe. In das wöchentliche Journal Club- und Lab Meeting wurde ich voll integriert, was mir half, die Fachsprache verstehen zu lernen. Ich habe in der Zeit viele neue wissenschaftliche Methoden erlernt und mir wurde viel fachspezifisches Wissen vermittelt. Das Arbeitsklima dort war immer sehr entspannt und freundlich - jeder hilft jedem. Und alles wird viel relaxter angegangen als in Deutschland- man arbeitet ohne Druck und schafft auch so mehr würde ich sagen. Und wenn man mal nicht 9 Uhr auf Arbeit war, hat auch keiner was gesagt. Alles in allem eine sehr lehrreiche Erfahrung, die ich gemacht habe, sowohl von der Art des Arbeitens hier als auch vom tatsächlichen Wissen, daß ich bekommen habe.
Das mit dem Englisch reden im Umgang mit Menschen war übrigens leichter als ich gedacht hab. Ich hatte anfangs wirklich Angst, daß ich die Leute nicht verstehe. Aber wie gesagt, jeder half mir, wenn ich mal etwas nicht verstanden hab. Und mit der Zeit hat man auch die Umgangssprache und die wichtigsten Phrasen drauf. Die Amis haben übrigens ne Menge lustiger Fluchwörter, einfach herrlich, sie schimpfen zu hören...:)...
Den Sommer über war ich eigentlich immer nur zum Schlafen zu Hause. Es war immer irgendwo was los. Ob es eine Bootstour auf dem Ozean ist, ein Abendessen mit den Kollegen, ein Kinoabend (die gehen hier fast täglich ins Kino), eine Mountainbiketour durch die wunderschönen Berge des Acadia Nationalparks, einfach nur mit den neuen Freunden abends in einer Bar sitzen oder sich im Tanzclub auslassen. Man kam nie wirklich zur Ruhe. Ich glaube, das liegt an der Mentalität der Amerikaner.
Langsam wurde es dann auch kälter und der Winter kam, aber auch erst im Dezember. Und wenn in den Nachrichten ein Schneesturm angesagt wird, dann schneit es aber auch und es will nicht mehr aufhören. Und verdammt kalt kann es auch werden. Jedenfalls ging es dann langsam dem Ende zu und ich wollte gar nicht mehr nach Hause. Ich hatte mich so schön an das Leben und meine kleine Familie dort gewöhnt und dann hieß es schon wieder Abschied nehmen. Am 21.12.03 war es soweit und ein Freund brachte mich zum Flugplatz – ein trauriger Abschied.
Ich habe dort wirklich Freunde fürs Leben gefunden und will auf jeden Fall wieder in die USA. Ob es nun fürs Arbeiten oder nur für den Urlaub ist, das weis ich jetzt noch nicht. Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Es hat mir so viel gebracht. Ich habe ein andres Land, andere Leute, eine andere Kultur , Mentalität und Lebensweise kennen gelernt, was ich nie wieder missen will und mir auch keiner mehr nehmen kann. Ich habe auch sehr viel über mich selbst gelernt. Ich kann alles schaffen, wenn ich es will und den Mut habe. Und ich hatte den Mut. Es bringt dir Selbstvertrauen und natürlich ist es sehr vorteilhaft für Deine spätere Karriere. Viele Firmen sehen es als Pluspunkt, Erfahrungen im Ausland gemacht zu haben. Ich kann wirklich nur jedem raten, wenn er die Möglichkeit hat, ins Ausland zu gehen, egal wohin....dann nutze sie...es bringt dir unendlich viel....

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