UK Praktikum IT bei Londoner Unternehmen für Websicherheit

UK Praktikum IT bei Londoner Unternehmen für Websicherheit

Bericht von Roman
Praktikumszeitraum: April 2006 - Oktober 2006
Praktikumsort: London
Bereich: IT

Bei der Wahl des Ortes für mein Auslandspraktikum, hatte ich viele Befürchtungen und Vorurteile, wenn die Rede von London war. Ich dachte immer, es würde dort einfach viel zu viele Probleme geben, was die Unterkunft, Transport, Stress etc. angeht. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass all dies, was ich oben aufgezählt habe nicht im Geringsten mit dem aufgewogen werden kann, was diese Stadt sonst mit sich bringt. Jedenfalls kann ich mit Leichtigkeit behaupten, dass der Sommer 2006 der schönste, spannendste und erfahrungsreichste meines Lebens war und ich nur jedem empfehlen kann einige Monate in dieser Stadt zu verbringen.
Ich bin am 20 April 2006 auf dem Stansted-Airport, der sich 50 km außerhalb von London befindet, gelandet. Mein Praktikum bei der IT-Firma begann am 24 April. Somit hatte ich 4 Tage Zeit, um die Stadt ein wenig zu erkunden. Nach dem ich meine Gasteltern, die übrigens sehr nette und gebildete Leute sind, kennen gelernt hatte, machte ich mich auf die Erkundungstour durch die Stadt.
Das erste, was mir neben den Backsteinhäusern aus der viktorianischen Zeit auffiel, war ein riesiger Park (Clapham Common) unweit meiner Wohnung. Er ist sehr groß und gleichzeitig sehr klein, verglichen mit den Ausmaßen der ganzen Stadt. In keiner Hauptstadt Europas hatte ich vorher solche Parkanlagen gesehen. Sie sind meiner Meinung nach eines der beeindruckendsten Dinge, die London zu bieten hat. Meine ersten Stationen in der Stadt waren neben den Parks "Covent Garden", "Parliament Square" mit dem britischen Parlament und dem "Big Ben", "St Paul’s Cathedral" und natürlich der "Trafalgar Square". Es sind alles sehr imposante und beeindruckende architektonische Bauwerke, die wohl einzigartig auf der ganzen Welt sind. Ebenfalls habe ich mir in den ersten Tagen ein neues Fahrrad gekauft, denn die Fortbewegung mit den öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb der Stadt ist sehr mühsam (und ziemlich teuer), besonders im Zentrum. Nach dem mein erstes Fahrrad schon nach einer Woche geklaut wurde (Hinweis: nicht am Schloss sparen und das Rad immer in öffentlichen Plätzen parken), habe ich mir später ein gebrauchtes zugelegt. Damit bin ich fast den ganzen Sommer gefahren, hat auch einen großen Spaß gemacht. Natürlich bin ich ebenfalls in den Genuss gekommen öffentliche Verkehrsmitteln wie Bus oder die U-Bahn im Laufe meiner Zeit in London zu benutzen. Für mich war die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aber sehr nützlich, da ich etwas in Englisch lesen konnte und somit meine Sprache aufpolieren. Den Gesprächen anderer zu lauschen kann in dieser Hinsicht auch sehr hilfreich sein.

Wie auch bei meiner Gastfamilie hatte ich ebenfalls einen guten Einstand in der Firma. Die Leute waren von Anfang an alle nett zu mir, ich habe auch relativ schnell Freunde innerhalb der Firma gefunden, mit denen ich immer noch häufig im Kontakt bin. Die Sprache war im Grunde mit wenigen Ausnahmen nie ein Problem. Viele Leute in der Firma waren Ausländer und ich hatte keine Schwierigkeiten sie zu verstehen. Der Umgang bzw. die Mitarbeit mit den Leuten dieses jungen und aufstrebenden Unternehmens im IT-Bereich war ein sehr großer Faktor, warum ich meine Zeit in London genossen habe und zu den größten Erfahrungen meines Lebens zähle. So viele Kulturen auf einem Punkt konzentriert kann man, denke ich, nur in London vorfinden. In der Firma gab es Vertreter aus Polen, Rumänien, Serbien, Schweiz, Indien, Hong Kong, Israel, Holland, Australien, Großbritannien usw.. Die Arbeit selbst hat mir vor allem in der zweiten Hälfte des Praktikums Spaß gemacht, da ich meine Programmiererfahrung aus dem Elektrotechnik-Studium nutzen konnte. Ansonsten war meine Hauptaufgabe die erstellte Software zu testen und Fehler an die Projektmanager bzw. Entwickler zu berichten. Ich habe aber trotzdem auf dem Gebiet der Qualitätssicherung bei der Softwareerstellung sehr gute Kenntnisse erlangen können. Dieses Wissen wird mir in meiner Zukunft mit Sicherheit sehr nützlich sein.

Das Unternehmen war auch der Platz an dem ich am meisten mein Englisch verbessert habe. Schon nach ein paar Monaten habe ich die Sprache relativ fließend beherrscht. Allerdings muss man sagen, dass auch andere Faktoren dazu beigetragen haben. Da sind wohl die Gespräche mit den Gasteltern und den Kindern, Fernsehen, das Lesen von Büchern und Zeitungen usw. zu nennen. Fest steht, dass die Sprache in diesem ziemlich fortgeschrittenen Alter, in dem ich war (25) nicht von selbst kommt, sondern viel dafür investiert werden muss. Man tut sich aber dadurch, dass man sie jeden Tag verwendet, um einiges einfacher als zu Schulzeiten.
London kann einem auch sehr viel in Sachen Kultur bieten. Der Grund dafür ist wohl die Anhäufung von so vielen Nationalitäten auf einer kleinen Fläche. Leute aus Afrika, Asien, Amerika und ganz Europa bringen ihre Eigenheiten in das multikulturelle Flair der Stadt ein. Das geschieht vor allem durch das vielfältige Essen, Kleidung, Sprache, Religion. Es ist immer etwas los auf den Straßen, es gibt viele Konzerte oder Festivals im Freien und religiöse Veranstaltungen. Ebenfalls ist ein Überangebot an Musicals und kostenlosen Museen aller Art vorhanden, von dem ich häufig Gebrauch gemacht habe. Natürlich zieht das Interesse an der königlichen Familie sehr viele Menschen aus der ganzen Welt an und macht die Stadt um so kultureller.
Wann immer sich die Möglichkeit geboten hatte, war ich mit meinem Fahrrad in der Stadt unterwegs und zwar in allen Stadtteilen: Chelsea, Kensington, Kingston, Greenwich usw. Die markantesten Sehenswürdigkeiten waren wohl dabei "Tower Bridge", "Royal Observatory", "Hampsted Heath", "Kew Gardens". Ich hatte sogar die Möglichkeit im Juli das größte Tennisturnier der Welt in Wimbledon zu sehen. Unvergesslich sind auch die Ausflüge in die Umgebung von London und nach Schottland. Die Universitätsstadt Oxford, Canterbury, weiße Kliffe von Dover, Inverness oder Edinburgh werden für immer in meinem Gedächtnis bleiben. Mein Praktikum ging am 20 Oktober zu Ende. Ich denke gerne an diese Zeit zurück, an meine Freunde, die ich zurücklassen musste und wohl die spannendste und aufregendste Stadt der Welt.