Publishing assistant, Cambridge

Praktikum Publishing assistant in Cambridge

Bericht von Diana
Praktikumszeitraum: August 2004-Februar 2005
Praktikumsort: Cambridge
Branche: Publishing assistant im Verlag

[...] war es sehr gut, die Bewerbungen fuer mein Auslandspraktikum an praktika.de abgeben zu koennen. Mein Lebenslauf wurde von dort an 400 Unternehmen im Verlagswesen verschickt und ich erhielt bald Angebote verschiedenster Art, von denen mir das aus Cambridge am besten gefiel und meinen Vorstellungen entsprach.

Wichtig war mir vor allem, dass ich tatsaechlich schon in Deutschland durch praktika.de genug Informationen ueber das Unternehmen bekam, so dass es dann im Land keine boesen Uebrraschungen geben konnte, sondern meine Arbeit genau das wurde, was ich mir vorgestellt habe. Ich entschied mich trotz extrem schwieriger finanzieller Lage f├╝r das viermonatige Praktikum in Cambridge. praktika.de hat dann auch noch ein paar Zimmerangebote fuer mich gefunden, und in den ersten beiden Monaten habe ich so nicht schoen, aber ausreichend gewohnt. Die Mietpreise in Cambridge beduerfen einer Warnung. All's well that ends well: Momentan mache ich all das weiter, was ich schon im Praktikum angefangen habe.

Ich bin seit 29. Dezember angestellt und arbeite ├╝berall, wo es mir liegt und Spa├č macht, (da unser Verlag klein ist, kann ich alles lernen, um vielleicht selbst einen Verlag zu gr├╝nden): Production, Editorial, Publicity, Sales, Sales Support, Rights and Commissioning. Ich bilde mich z.B. in der technischen Seite der Produktion und im Buchprojekt-Management weiter, da die Sprache eben doch ein Hindernis bleibt fuer ÔÇô die ohnehin nicht gut bezahlten - sprachintensiven Rollen in Editorial und Publicity. Schon als Praktikantin bin ich mit unseren Managing Director zur Messe gefahren und hatte sehr viele Entscheidungsrechte und Verantwortlichkeiten. Die meisten wichtigen Entscheidungen in Editorial, Production und Marketing, K├Ąufe, Personal, sprechen wir gemeinsam ab, wir fahren zu zweit auf die gro├čen Messen, ich fahre alleine zu Meetings mit anderen Verlegern - Kurz gesagt: Ich darf mich ausprobieren und treffe Entscheidungen und bin in Positionen von denen ich in Deutschland nicht h├Ątte tr├Ąumen k├Ânnen; dazu in einer intellektuell anspruchsvollen Umgebung mit gutem Klima. Zudem passt meine Biographie perfekt, weil wir im akademischen Bereich v.a. auch Theologie verlegen, au├čerdem Schulb├╝cher und Kinderb├╝cher.

Mein Wissen aus der Ausbildung vor der Uni findet perfekte Anwendung. Darum f├Ąllt es mir gar nicht so leicht, den Verlag zu verlassen, um nach einer besser bezahlten Stelle zu suchen. Denn das ist diese hier leider nicht, aufgrund der Finanzlage des Unternehmens und seiner geringen Gr├Â├če. Aber ich kann sehr empfehlen: UK, kleine Stadt, kleines Unternehmen - es wird nie langweilig. Und Cambridge ist perfekt, um mit Ryanair schnell 5 Tage Urlaub im S├╝den zu machen. Au├čerdem trifft sich hier die Welt (und wohnt in meinem Haus).

Praktika.de hilft definitiv, einen genau passenden Praktikumsplatz zu finden, auch, wenn man sich schon sehr genaue Vorstellungen gemacht hat, was man machen moechte. Sie haben sehr viele Kontakte, die man persoenlich einfach nicht hat. Und zudem ist es auch sehr schwierig, etwas alleine zu finden, wenn man nicht im Land wohnt ÔÇô alle Praktikanten, die aus dem Ausland in unseren Verlag kommen, wurden durch eine Agentur aus ihrem Land vermittelt. Und das ist meine generelle Erfahrung, dass britische Unternehmen niemanden zu einem Vorstellungsgespraech einladen, der nicht im Land wohnt. Und fuer einen Praktikumsplatz: Wer koennte privat 400 Verlage anschreiben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Platz in Editorial und Marketing anbieten koennten, und auch bereits auslaendische Praktikanten im Unternehmen hatten? Und wer koennte dann die Antworten filtern, so denn welche ankommen?! Macht viele Kontakte und bleibt immer interessiert, um Arbeit zu finden! In Deutschland ist das aber ungleich schwerer als momentan in Grossbritannien.

Und wer sich das Ausland eroeffnen will, hat es leicht, mit praktika.de eine gute Praktikumsstelle zu finden, waehrend es als Individuum fast unmoeglich erscheint. Das einzige grosse Hindernis ist die Finanzierung des Praktikums, weshalb man sich unbedingt z.B. um ein Leonardo-Stipendium bemuehen und Vorab-Gespraeche ueber eine Bezahlung mit dem Unternehmen fuehren sollte. Trotz Stipendium, Bezahlung und teilweise jobben am Morgen vor der Arbeit im Verlag habe ich trotzdem zusaetzlich noch meine gesamten Ersparnisse, rund 1500 Euro, in 4 Monaten aufgebraucht fuer Miete und Lebenshaltungskosten. Wenn ihr keine Bezahlung im Unternehmen bekommt, solltet ihr unbedingt Unterstuetzung von Verwandten suchen, weil selbst mit 500 Euro von Leonardo, dem hoechsten moeglichen Foerderbetrag, (den ich nicht bekommen habe), kann man gerade so die Miete zahlen, die zwischen 280 und 350 GBP liegt, rund 320 Pfund fuer ein annehmbares Zimmer.

Es gibt auch gute guenstigere Vermieter, aber die vermieten oft nicht unter 6 Monaten, wollen am liebsten jemanden laenger, weil sie jedesmal einen neuen Mietvertrag abschliessen. Eine Alternative in Cambridge ist auf jeden Fall, weiter draussen vom Stadtkern zu wohnen. Da diese Haeuser nicht so nachgefragt sind, sind sie guenstiger, schoener und werden auch fuer kuerzere Zeiten vermietet. Das Haus ist dann zwar nicht cool und gut gelegen, aber es laesst sich leben. Es lohnt auf jeden Fall auch, eine Letting Agency anzurufen und deinen Bedarf zu erklaeren. Und: Viele Privatpersonen hier in England haben mehrer Haeuser und vermieten. Einfach die lokale Tageszeitung studieren ÔÇô am besten schon von zu Hause im Internet, wo auch viele oder alle Anzeigen abrufbar sind. Starten musst du sowieso erstmal im Hostel, bis du etwas findest. Da das aber pro Nacht ca 20 Pfund kostet, solltest du dich nach 3 Tagen irgendwo eingemietet haben.