Der PRAKTIKA Award – Von der Idee bis zur Umsetzung

Klasse statt Masse

Was zeichnet ein gutes Praktikum aus? Es sollte mindestens drei Monate dauern und den Studenten einen guten Einblick in die Branche und die Arbeitsweisen des Unternehmens bieten. Sie sollen ihre theoretischen Kenntnisse aus dem Studium in der Praxis anwenden. Nach erfolgreichem Abschluss des Praktikums eröffnen sich im besten Fall sogar weitere Zukunftsmöglichkeiten.

So viel ist klar. Doch wieso scheuen sich immer mehr Studenten vor einem lĂ€ngeren Praktikum, wenn es ihnen doch den Weg ins Berufsleben ebnen kann? Der Grund ist die Angst, das Studium fĂŒr unnötige Praktika zu verlĂ€ngern. Vollgepackte StundenplĂ€ne und PrĂŒfungen bis in die Semesterferien lassen ein Praktikum wĂ€hrend der Studienzeit eigentlich nicht zu. Deswegen sind lĂ€ngere Praktika fĂŒr die meisten Studenten mit großem Aufwand verbunden. Sie mĂŒssen ein Urlaubssemester nehmen und womöglich fĂŒr die Praktikumszeit in eine andere Stadt ziehen. Doch wer ein Praktikum beginnt, weiß vorher nicht wie es sich entwickelt. Die Angst, sich auf etwas einzulassen, was den Aufwand nicht rechtfertigt, ist groß. Die logische Konsequenz ist, dass viele Studenten gĂ€nzlich auf die praktischen ArbeitseinsĂ€tze wĂ€hrend des Studiums verzichten. Dabei stehen erste praktische Erfahrungen, die neben dem Studium gesammelt worden, in den Personalabteilungen hoch im Kurs. Sie signalisieren nicht nur Interesse am spĂ€teren Berufsfeld, sondern vor allem Leistungsbereitschaft. An dieser Stelle wird es fĂŒr viele Studenten jedoch kritisch. Das Studium innerhalb der verkĂŒrzten Regelstudienzeit mit ĂŒberdurchschnittlichen Noten abzuschließen und gleichzeitig Praktika und Auslandsaufenthalte vorweisen zu können, ist eine große Herausforderung. Bezwingen kann man diese, indem man Studium und Praktikum gut organisiert. Zwar sollte man gewisse Berufserfahrung vorweisen können, doch gute Praktika zahlen sich vor allem durch ihre QualitĂ€t aus. FĂŒr einen erfolgreichen Karrierestart muss man nicht schon wĂ€hrend des Studiums in fĂŒnf verschiedenen Unternehmen gearbeitet haben. Lieber ein hilfreiches Praktikum machen, als mehrere nutzlose. Dann leidet nebenbei auch nicht das Studium.

Praktikumsprogramme – strukturiert Erfahrungen sammeln

Weil Praktikanten ein sehr wichtiger Teil der Nachwuchssicherung sind, haben viele Unternehmen in den letzten Jahren spezielle Praktikumsprogramme entwickelt. Sie bieten den Studenten die Möglichkeit innerhalb eines begrenzten Zeitraums das Unternehmen auf tiefgrĂŒndige und strukturierte Weise kennen zu lernen. Praktikanten lernen und arbeiten mit anderen Praktikanten, haben feste Ansprechpartner, vielleicht sogar Mentoren. Außerdem sind Praktikumsprogramme durch  einen strukturierten Ablauf gekennzeichnet.  Dazu gehören zum Beispiel Eingewöhnungswochen, integrierte Seminare zu relevanten Themengebieten oder speziell fĂŒr die Praktikanten organisierte Events. Trotzdem bleibt genĂŒgend Spielraum fĂŒr die individuelle Planung des Praktikums, beispielsweise bei der Auswahl der Einsatzgebiete. Praktikumsprogramme sind eine Art Weiterentwicklung  „normaler“ Praktika. Vom ersten Tag an sollen sich die Praktikanten im Unternehmen wohlfĂŒhlen und gleichzeitig nĂŒtzliche Berufserfahrungen sammeln. So kann einerseits der Lebenslauf schon wĂ€hrend des Studiums mit einem qualitativ hochwertigen Praktikum ergĂ€nzt werden, andererseits steigen auch die Chancen fĂŒr eine weitere Zukunft im Unternehmen.

Alumniprogramme – Studenten erfolgreich ans Unternehmen binden

A propos Zukunft. Eine weitere Möglichkeit, schon wĂ€hrend der Studienzeit, in einem Unternehmen Fuß zu fassen, sind sogenannte Alumniprogramme, auch Praktikantenförderprogramme genannt. Sie wenden sich an Studenten, die bereits ein Praktikum im Unternehmen absolviert haben und noch mindestens ein Jahr studieren. Ziel ist es, die ehemaligen Praktikanten bis zum Ende ihres Studiums in ein Programm aufzunehmen, durch das sie das Unternehmen noch besser kennen lernen. Wie genau diese Programme gestaltet sind, ist sehr unterschiedlich. Angefangen beim Networking mit anderen Programmteilnehmern und Experten der Branche, ĂŒber regelmĂ€ĂŸige gemeinsame Veranstaltungen bis hin zu weiteren weltweiten ArbeitseinsĂ€tzen. Am Ende steht dann meist der berufliche Einstieg ins Unternehmen. Das hat Vorteile fĂŒr beide Seiten. Die Unternehmen binden ihre besten Praktikanten an das Unternehmen und sichern so ihren Nachwuchs. Die Studenten haben die Möglichkeit durch nur ein einziges Praktikum den Weg in den Beruf zu finden. Allerdings kann man sich fĂŒr die Teilnahme an solch einem Programm nicht bewerben, sondern man wird von seinem Mentor oder Vorgesetzten vorgeschlagen.

Der PRAKTIKA Award – die Besten der Besten werden ausgezeichnet

Der Praktikumsmarkt hat sich verĂ€ndert. Die Unternehmen versuchen sich mit vielseitigen und neuen Praktikumsangeboten auf die verĂ€nderten BedĂŒrfnisse der Studenten einzustellen. Doch welche dieser Programme sind die Besten? Wo finden Studenten die interessantesten und effektivsten Praktika, die ihren BerufswĂŒnschen und Vorstellungen entsprechen? Genau diese Fragen hat sich PRAKTIKA gestellt und 2009 erstmals den Preis fĂŒr das „Beste Praktikumsprogramm“ verliehen. Mit dem PRAKTIKA Award werden Unternehmen ausgezeichnet, die ihren Praktikanten mehr bieten als Kaffee kochen oder Akten sortieren. Es geht darum, die besten Praktikums- und Alumniprogramme Deutschlands zu finden.

Bei der Bewerbung gibt es keine EinschrĂ€nkungen. Jedes Unternehmen, das ein Praktikums- oder Alumniprogramm hat, kann sich fĂŒr den PRAKTIKA Award bewerben. Teil des Bewerbungsverfahrens ist das AusfĂŒllen eines Fragebogens. Um sich einen besseren Einblick in Struktur und Umsetzung des Programms verschaffen zu können, werden den Unternehmen zunĂ€chst detaillierte Fragen zu ihren Programmen gestellt. Die einzelnen Programme werden anschließend von einer kompetenten Jury aus dem Redaktionsteam von PRAKTIKA bewertet.  DafĂŒr werden bestimmte Kategorien festgelegt, nach denen die Fachjury die Programme individuell analysiert. Dazu gehören beispielsweise Inhalt und Struktur des Programms. Mithilfe eines wissenschaftlich fundierten Punktesystems wird schließlich die Gesamtleistung jedes einzelnen Programms ermittelt. Grundlage fĂŒr diese Auswertung sind die Fragebögen, die von den Unternehmen ausgefĂŒllt wurden.

 

Bilder von der Preisverleihung 2010

Siegerbilanz:

2010 „Bestes Praktikumsprogramm“, Große Unternehmen: Ferrostaal AG
„Bestes Praktikumsprogramm“, Kleine & mittlere Unternehmen: GSM mbH
„Bestes Alumniprogramm“: Daimler AG
2009 „Bestes Praktikumsprogramm“: Daimler AG